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Projektkurs Sprachbildung

Im Rahmen der „Offensive der Schulentwicklung zur Förderung der Sprachbildung“ in allen Jahrgängen der Sekundarstufen I und II wächst mit dem Projektkurs Sprachbildug im Schuljahr 2022/23 ein weiteres Element unseres schulischen Konzepts der durchgängigen Sprachbildung.

Die inhaltliche Arbeit des Projektkurses in der Q2 gliedert sich in folgende Bereiche auf: 1) Im ersten Schritt erweitern die Schüler*innen ihre Kenntnisse zu den Themen Wortbildung, Syntax und Lesen. 2) Das angeeignete Wissen wenden die Schüler*innen im zweiten Schritt selbst an, indem sie im 7. Jahrgang nach dem Prinzip LdL (Lernen durch Lehren, Martin, 1982) selbstständig entwickelte Aufgaben in analoger wie digitaler Form zu den genannten Themen zur Förderung der Sprachbildung einsetzen und durchführen. Einerseits sollen die Schüler*innen für sprachliche Aspekte sensibilisiert und andererseits ihre auch sprachliche Vorbildfunktion gegenüber Jüngeren gestärkt werden, so dass Sprache hier auch als ein Schlüssel für die eigene Schulkultur fungiert.

Die Wahl der Themen erschließt sich sowohl aus den ministeriellen Vorgaben des Zentralabiturs als auch aus den Forderungen zu einem sprachsensiblen Fachunterricht: So findet Wortbildung im Fachunterricht hauptsächlich in den Fremdsprachen Raum; der Deutschunterricht thematisiert sie i.d.R. nur indirekt. Ein vertieftes Verständnis zur Wortbildung im Deutschen kann hingegen dazu führen, ein Bewusstsein für Wortbedeutungen zu schaffen wie auch die Lesekompetenz zu erhöhen. Wortbildungsprozesse laufen ständig vor unseren Augen ab, wir nehmen sie aber z.T. nur unbewusst wahr. So bilden sie einen wichtigen Baustein in Sprachwandelprozessen wie der der Anglizismen. Damit knüpft die Thematik an Wissen aus dem Deutschunterricht und dem Fremdsprachenunterricht an. Zudem kann das Wissen über die Bildung der Wörter im Deutschen zur Reduktion von Schwächen in der eigenen Rechtschreibung beitragen.

Über die Wortbildung gelangen die Schüler*innen weiter zur Syntax des Deutschen, die im Vergleich zu anderen Sprachen häufig dynamischer zu gestalten ist. Damit wird auch der Mehrsprachigkeit als gefordertes Prinzip der Sprachbildung Rechnung getragen.

3) Im dritten Schritt befassen sich die Schüler*innen mit den Unterschieden des analogen und digitalen Lesens. Während das analoge Lesen bereits langjährig erprobt und unterrichtet wird, spiegelt das digitale Lesen die Veränderungen des medialen Zeitalters wider, eröffnet neue Chancen und bildet zugleich neue Herausforderungen. Im Unterschied zum bekannten analogen Lesen, das sich auf multimodale analoge Texte stützt, erfordert das digitale Lesen neue Lesarten, da hier multiple vernetzte multimodale digitale Texte die Grundlage bilden (vgl. http://www.josefleisen.de/downloads/digitalisierung/Analoges%20und%20digitales%20Lesen.pdf, S.4).

Der Projektkurs Sprachbildung widmet sich also projektorientiert aktuellen Themen und Fragen und fordert die Schüler*innen zur Entwicklung einer sprachsensiblen Schulkultur auf.

 

Frau Rudolph, Projektleiterin