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ERSTER WELTKRIEG

„Beim Sturmangriff auf Poel Capelle gefallen“

Gesamtschule und Stadtarchiv erforschen die Geschichte des Ersten Weltkrieges

Vor 100 Jahren, am 11. November 1914, endete der Erste Weltkrieg. Der „Große Krieg“, wie er in Großbritannien und Frankreich noch heute genannt wird, ist in Deutschland ziemlich in Vergessenheit geraten. Zwar erinnern auch in Hattingen zahlreiche Denkmäler an die weit über 1.000 Soldaten, die auf den Schlachtfeldern in Frankreich, Flandern oder im Osten ihr Leben verloren. Doch wer kennt diese Denkmäler, wer kann wirklich ermessen, welches Leid sich hinter den vielen Namen auf den Gedenktafeln verbirgt?

Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Hattingen wollten mehr erfahren. Gemeinsam mit dem Stadtarchiv beschäftigten sie sich in den letzten Monaten intensiv mit den historischen Ereignissen. Vom 9.-12. November begaben sie sich unterstützt von „Demokratie leben“ auf Spurensuche nach Flandern zu den Schlachtfeldern des Ersten Weltkrieges. Der Flandernexperte Gerd Hubrich veranschaulichte an den verschiedenen Erinnerungsorten erschütternd das Elend und Leid von Hunderttausenden Soldaten.

Genau 104 Jahre später standen die Schülerinnen und Schüler auf einem trostlosen Acker in Langemark-Poelkapelle, auf dem am 10. November 1914 über 70 junge Männern aus dem damaligen Kreis Hattingen bei einem sinnlosen Sturmangriff ihr Leben verloren. Benedikt Weiß sorgte am Originalschauplatz mit seinem auf der Gitarre begleiteten Song „Held für einen Tag“ für einen besonders emotionalen Augenblick. Eindringlich beschreibt er Träume und Hoffnungen eines jungen Hattinger Kriegsfreiwilligen, dessen „Heldentum“ nach nur einem Tag auf dem Schlachtfeld von Poelkapelle tödlich endet.

Gesamtschülerinnen und die Lehrerin Beke Brandenburg legen
unter dem Menin Gate in Ypern einen Kranz der Stadt Hattingen nieder. 10.11.2018

Am Abend legten Schülerinnen in Ypern bei einer bewegenden internationalen Gedenkfeier, an der mehrere tausend zumeist britische Gäste teilnahmen, im Namen der Stadt Hattingen einen Kranz zum Gedenken an alle Opfer von Krieg und Gewalt nieder.

Am Ende der bewegenden Spurensuche waren sich alle Schülerinnen und Schüler einig: Unterricht, historische Quellen oder Bilder können nicht ansatzweise das Gefühl vermitteln, wie die endlosen Gräberreihen der Soldatenfriedhöfe in Flandern. Auf den historischen Schlachtfeldern konnten wir die unfassbaren Ausmaße und das Leid des Ersten Weltkrieges erspüren. Wie dankbar dürfen wir sein, als Jugendliche im Frieden aufzuwachsen. Diesen Frieden müssen wir bewahren helfen!