MATHEMATIK

Kooperation mit der Fakultät Mathematik der Ruhr-Universität Bochum

Im Projektkurs Mathematik werden mittels einer konkreten Sprache und koordinierten Steuerung die universitären Erwartungen und die Veranschaulichung der beruflichen Perspektive zur gemeinsamen Gestaltungsaufgabe der Fachlehrer/innen, Studien- und Berufsberater/innen und Uni-Lehrenden. Dieser bietet eine Plattform, um gemeinsam mit dem universitären Personal frei von curricularen und abschlussbezogenen Zwängen an einem fachbezogenen Produkt zu arbeiten, um das Fachwissen zu erweitern, den beruflichen Horizont des Gelernten kennenzulernen und die nötigen Fähigkeiten für den persönlichen universitären Werdegang –  sowie das Durchhaltevermögen, Aneignung des Unbekannten oder gemeinsames Lernen – zu erwerben. Der Projektkurs ist dabei kein Vorkurs für das Fach, sondern ein Spielfeld von universitärer Theorie und schulischer Didaktik. Das wesentliche Element ist dabei die spielerisch-praktische Herangehensweise an das mathematische Wissen. 

Organisation des Projektkurses an der Schule

Seit zwei Jahren existiert der dreistündige Projektkurs Mathematik in der zweiten Qualifikationsphase (Q2) unserer Oberstufe. Es nehmen jedes Jahr freiwillig 15 bis 20 Schüler*innen daran teil. In dem Kurs lernen die Schüler*innen die Inhalte mathematisch-naturwissenschaftlicher Studienfächer exemplarisch und praxisnah kennen. Sie setzen durch die Anwahl des Projektkurses einen individuellen Schwerpunkt in ihrer Laufbahn und vertiefen ihre Fachkompetenz durch wissenschaftspropädeutische Elemente. Dabei wird die universitäre Arbeit der mathematischen Fakultät innerschulisch genutzt. Die Unterrichtsstunden werden durch ein Team aus Lehrenden (der Fakultät für Mathematik) und schulischen Lehrkräften konzipiert und durchgeführt. In Abstimmung mit den Fachlehrer*innen findet die Umsetzung jeweils durch Studierende in Fachtandems in der Doppelstunde des Projektkurses in der Schule statt. Neben der direkten Rückmeldung durch die Lehrkräfte im Unterricht, reflektieren die Studierenden die Arbeitsergebnisse und -prozesse in einer weiteren Nachbesprechung an der Universität.

Die Einzelstunde an der Schule wird in der Regel von der schulischen Lehrkraft mit dem Ziel unterrichtet, um die Inhalte der vorausgegangen Stunde zu vertiefen bzw. die Folgestunde angemessen vorzubereiten. Die Schüler*innen des Projektkurses erarbeiten an ausgewählten Fragestellungen mathematische Strategien zur Problemlösung und Beweisführung. Zu Beginn des Kurses stehen mathematische Spiele im Fokus, da diese den Schüler*innen die Möglichkeit bieten, sich frei und auf selbstgewähltem Abstraktionsniveau (vgl. EIS-Prinzip)  mit mathematischen Denkweisen zu beschäftigen. Am Ende des Projektkurses erstellen die Schüler*innen ein Portfolio, was als Produkt ihrer Dokumentationsarbeit benotet wird.

Die Erfahrungen der ersten beiden Schuljahre zeigen, dass ein gemeinsam mit der Hochschule eingerichteter Projektkurs Mathematik eine passende Ergänzung des Kooperationsangebots im Bereich Studienorientierung darstellt. Er liefert den Schüler*innen über den Zeitraum eines gesamten Schuljahres kontinuierlich eine gute Orientierung darüber, was ein Studium der MINT-Fächer an Anforderungen stellt und an Perspektiven bietet, um ihnen den erfolgreichen Übergang von der Schule zur Hochschule zu ermöglichen.